Bahnhofsumfeld Döppersberg

Klare Kante.

Bahnhofsumfeld Döppersberg

Der Bezug des Hauptbahnhofs Wuppertal-Elberfeld am Döppersberg zur Innenstadt war bisher räumlich und funktional nicht erfahrbar. Die stark befahrene Bundesstraße bildete eine bauliche, sichtbare und hörbare Grenze, überwindbar nur durch eine niedrige, dunkle und in die Jahre gekommene Unterführung.Das städtebauliche und verkehrliche Bahnhofsumfeld wurde komplett umstrukturiert und auf mehreren Ebenen neu geordnet. Auf diese Weise schaffte der Entwurf (JSWD Architekten)  vielschichtigen Raum für urbane Plätze, Fußgängerzone, Bahnhofs-Mall, Hauptbahnhof und Busbahnhof.

Eine präzise gesetzte Raum- und Geländekante schuf zwei Ebenen: Eine auf Höhe des Bahnhofs und die andere auf Höhe der Innenstadt. Heute prägt ein urbaner Stadtplatz die am Fuße der Kante liegende Fläche. Hier geht es ebenerdig durch die Kante hindurch in die Mall hinein: zum Bahnhof, zu den Geschäften, zum Parkhaus. Der Platz bildet den Auftakt zur Wuppertaler Innenstadt, wird als belebte Fußgängerzone über die nun tiefergelegte Bundesstraße bis ins Zentrum hineingeführt – und spannt damit den leichten und lichten Bogen zwischen Innenstadt und Reisezentrum, zwischen Wuppertal und der Welt.

Die Fläche oberhalb der Kante liegt auf Gleisebene der Deutschen Bahn. Ein mit Grünflächen gestalteter Stadtbalkon empfängt hier die Ankommenden und ermöglicht spannende Aussichten und Fernblick in die Innenstadt. Von hier aus gelangen Reisende auf gleicher Höhe direkt und barrierefrei zum Busbahnhof, dessen luftkissenartige Dächer über dem steinernen Gelände-Versprung zu schweben scheinen. Die Kante, und damit auch die Fassade der Mall mit Parkdeck, besteht aus robusten und in Teilen lichtdurchlässig verlegten Naturstein-Wänden und wurde als Brüstung bis über den Gelände-Versprung hinausgeführt. Das steinerne Material nimmt Bezug zum Sandstein des historischen Empfangsgebäudes auf. Wie in den markanten Döppersberg hineingemeißelt wirkt die in spezieller Technik „auf Schroff“ gesetzte Steinwand.

Wie Wellen lassen die großformatigen Glasfassadenelemente mit abgerundeten Scheiben das Gebäudeinnere und den Stadtplatz ineinanderfließen. Robuste Materialien wie Stahl und Sichtbeton prägen das Innere der Mall. Weiße, beinahe skulptural wirkende Stützenkränze aus Stahl wirken wie überdimensionierte Vogelnester welche dem von Bahnhofsnutzungen geprägten Durchgangsort ein Stück Heimat und Geborgenheit verleihen. Die Stützen sind ringförmig um Oberlichter mit Entrauchungsfunktion angeordnet welche die Nester in sanftes Tageslicht tauchen und hell erstrahlen lassen.

 

 

Projektteam: Christine Rybakowski, Tanja Dalkowski, Margareta Köhler, Mark Bothko, Brigitte Klumps, Franka Pietsch, Eileen Eickhoff, Phillip Meyer, Andrea Dardin, Bernhard Gössler.

Fotos: Christa Lachenmaier, Axel Hartmann.

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Baubeginn 11/2010
Zeitraum – 12/2018
Leistungsbild LP 5 (in Teilen), 6-9
BGF 26.500
Volumen 45 Mio
Bauherr Stadt Wuppertal